Die Menschen am Fluss

Die Menschen an dem Flusse sitzen;
ganz träge fließet er dahin.
Sie haben Durst und müssen schwitzen,
und fragen nach dem großen Sinn.

Einer springt auf: „Ich hab‘s gefunden.
Wir sind nur hier, um stets zu dienen.“
Andere das aber nicht bekunden:
Ihr „Nein“ spricht aus des Zweifels Mienen.

Der Zweite ist schon etwas schlauer.
„Wir sind gern hier, um gut zu leben.“
Die Menschen hören hin, genauer.
Denn das klingt gut, so ist das eben.

Der Letzte sagte ganz am Ende:
„Ich bin nur hier, um jetzt zu sterben.“
Die Andren rieben sich die Hände:
Sie wollten nämlich alles erben.

Die Menschen

Sie sind der „Schöpfung Krone“.
Ihr Anspruch ist nicht ohne.

Sie schlagen mit den Keulen.
Vor Selbstmitleid sie heulen.

Sie lügen und betrügen.
Der Schwache muss sich fügen.

Sie fressen und sie prassen.
Und faseln von den „Rassen“.

Sie reden von der „Reinheit“.
Die Worte sind Gemeinheit.

Sie haben Angst vor allem.
Und fürchten sich, zu fallen.

Sie würden gerne helfen.
Den Kobolden und Elfen.

Sie kippen den Planeten.
Dabei sie manchmal beten.

Sie schreiben und sie lesen.
Als wäre nichts gewesen.

Sie sind nicht alle einerlei.
Es gibt auch Bessere dabei.

O Gott, gib ihnen Frieden.
Im Himmel und hinieden.

Das Grillfest

Leere Bierfässer rollen im Wirtshaus herum,
beim Grillfest gibt’s ein wüstes Geschrei.
Das Leben verrinnt, bald ist es vorbei.
Erst ist es recht laut, und dann wird es stumm.

Drum lasst uns alle fröhlich sein,
lustig und auch trallala.
Noch ein Bier, noch einen Wein;
denn bald sind wir nicht mehr da.

Müde kriechen wir ins Bette,
wachen morgens wieder auf.
Jeder hat, was er gern hätte:
Das ist ein schöner Lebenslauf.

Geber und Nehmer

Wir wandern gemeinsam mit anderen. Sind schon etwas älter, aber noch gut drauf. Sie erzählen stets dasselbe. Wie es früher war. Von Vater und Mutter. Den früheren Berufen und dem Krieg (bei dem sie noch Säuglinge, Kleinkinder oder Jugendliche waren). Sie erzählen, weil sie denken, dass sie wichtig sind.
Andere hören zu.
Sie reden von Krankheiten, Kochrezepten, Urlaubszielen, Ärzten, Kindern, Enkeln, Tieren.
Und andere hören zu.
Ihre Sätze beginnen mit „Ich…“.
Jetzt versuchen auch die anderen, zu reden.
Aber sofort kommen wieder die Besseren mit „Ich…“.
So ergeben sich die Lager.
Die einen geben, die anderen nehmen.
Beide verlieren.
Es kommt dabei nichts Neues heraus.
Wir trinken Bier oder Wein.
In der kommenden Woche kommt dasselbe.
Hilfe.
Wo sind diejenigen, die denken? Die HEUTE leben?
Wo finden wir sie?
Wo sind die Geber und wo die Nehmer?
Wir könnten eigentlich beides.
Das Internet ist voll – die Menschen scheinen leer zu sein.
Wir suchen.
Ist das wirklich das Schicksal nach 50, 60, 70,…?
In Asien, Südeuropa, Südamerika oder Afrika scheint es noch neugierige, wissensdurstige Menschen zu geben.
Vielleicht auch bei uns?

Geber und Nehmer

Wir wandern gemeinsam mit anderen. Sind schon etwas älter, aber noch gut drauf. Sie erzählen stets Dasselbe. Wie es früher war. Von Vater und Mutter. Den früheren Berufen und dem Krieg (bei dem sie noch Säuglinge, Kleinkinder oder Jugendliche waren). Sie erzählen, weil sie denken, dass sie wichtig sind.
Andere hören zu.
Sie reden von Krankheiten, Kochrezepten, Urlaubszielen, Ärzten, Kindern, Enkeln, Tieren.
Und andere hören zu.
Ihre Sätze beginnen mit „Ich…“.
Jetzt versuchen auch die anderen, zu reden.
Aber sofort kommen wieder die Besseren mit „Ich…“.
So ergeben sich die Lager.
Die einen geben, die anderen nehmen.
Beide verlieren.
Es kommt dabei nichts Neues heraus.
Wir trinken Bier oder Wein.
In der kommenden Woche kommt Dasselbe.
Hilfe.
Wo sind diejenigen, die denken? Die HEUTE leben?
Wo finden wir sie?
Wo sind die Geber und wo die Nehmer?
Wir könnten eigentlich beides.
Das Internet ist voll – die Menschen scheinen leer zu sein.
Wir suchen.
Ist das wirklich das Schicksal nach 50, 60, 70,…?
In Asien, Südeuropa, Südamerika oder Afrika scheint es noch neugierige, wissensdurstige Menschen zu geben.
Vielleicht auch bei uns?

Die Frau aus dem Wald

Bin Waldbaden-Nutte,
das Flittchen vom Wald.
Halt Männern die Rute
und mach sie dann kalt.

Ich werfe die Netze,
bin psychosozial;
der Staat und Gesetze,
die können mich mal.

Ich predige Ruhe –
Du brauchst Akzeptanz.
Das Wissensgetue
ist schlecht für den Schlaf.

Gib mir nur viel Kohlen,
ich bin stets in Not.
Auf ganz leisen Sohlen
holt dich bald der Tod.

Moderne Waldesoterik

Weg vom Denken, hin zum Fühlen;
am feuchten Fels die Stirne kühlen.
Den Zweck und allen Sinn verlieren,
nichts mehr wissen, nur noch spüren.
Achtsam durch das Leben gehen,
Geister hören, Elfen sehen .
Winde in Baumesblättern rauschen,
schmecken, tasten, fühlen lauschen.
Der Wald ist Lichtung für den Geist,
niemand weiß, was das wohl heißt.
Und hilft dir nicht der schöne Wald,
geh in die Psychiatrie recht bald.

Der Jungbrunnen

Faltig, ohne Körperwärme
stolpern die Alten in die Therme.
Freudig strahlen ihre Augen,
wenn sie der Therme Wärme saugen.
Die Wärme kriecht in die Gedärme,
und es gibt keine Schnakenschwärme.
Jetzt könnten sie sich leicht bewegen
und nicht des Körpers Trägheit pflegen.
Doch stehn sie still und unbeweglich,
morgens, abends und ganztäglich.
Sie glotzen völlig unerträglich
bis die Badezeit vorbei.
Der Therme ist das einerlei.
Dann verlassen sie die Soße,
pinkeln kräftig in die Hose.
Die Falten hängen noch herum,
sie fühlen sich sehr jung, kurzum
nach Heilwasser die Seele schreit –
zum Abendbrot ist‘s nicht mehr weit.