Der Jungbrunnen

Faltig, ohne Körperwärme
stolpern die Alten in die Therme.
Freudig strahlen ihre Augen,
wenn sie der Therme Wärme saugen.
Die Wärme kriecht in die Gedärme,
und es gibt keine Schnakenschwärme.
Jetzt könnten sie sich leicht bewegen
und nicht des Körpers Trägheit pflegen.
Doch stehn sie still und unbeweglich,
morgens, abends und ganztäglich.
Sie glotzen völlig unerträglich
bis die Badezeit vorbei.
Der Therme ist das einerlei.
Dann verlassen sie die Soße,
pinkeln kräftig in die Hose.
Die Falten hängen noch herum,
sie fühlen sich sehr jung, kurzum
nach Heilwasser die Seele schreit –
zum Abendbrot ist‘s nicht mehr weit.

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3 Gedanken zu “Der Jungbrunnen

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