Der Erdenball schon eiert
und vor Raketen strotzt.
Die Welt ist ausgeleiert,
der Schöpfer staunt – und kotzt.
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Lebensweisheit Nr. 2
Auf Arbeitspflichten
kann ich verzichten.
Hingegen mitnichten
aufs Dichten.
Lebensweisheit Nr. 1
Den Menschen meist die Frau gebiert,
wenn sie ihn nicht zuvor verliert.
Und danach läuft er frei und dumm
ein Weilchen auf der Welt herum.
Verbringt so manches liebe Jahr,
der Sinn des Ganzen ist nicht klar.
Brauchen und Wollen
Der Mensch braucht Luft.
Die Luft braucht Wald.
Der Wald braucht Bäume.
Die Bäume werden abgeholzt.
Der Mensch braucht Luft.
Der Mensch will Verkehr.
Der Verkehr braucht keine Bäume.
Die Bäume werden abgeholzt.
Der Mensch braucht Luft.
Der Mensch braucht Brot.
Der Mensch braucht Träume.
Die Träume werden abgeholzt.
Menschen im Gericht
Im Gerichtsbebäude
klappern Schritte junger Mädchen
die schwere Akten tragen
leichten Fußes treppauf.
Das Urteil wird gefällt.
Langsam und schwer
stampft der alte Mann
der angeklagt war
vom Sitzungssaal hinunter treppab.
Klaras Fall
Frau Klara M. lag nackt im Bett. Sie träumte sanft und tief.
Da kam zu ihr ein junger Mann, doch Klara weiter schlief.
Sie wachte auf am nächsten Tag und fühlte sich nicht gut.
Woher das kam, ward schnell ihr klar: Am Türgriff hing ein Hut.
Soweit der Fall, nun die Moral – zumindest wissen wir:
a) War der Mann jetzt ohne Hut und
b) kein Kavalier.
Das Drehteufelchen
Es dreht und wirbelt sich im Kreis
herum, herum.
Vom Schauen wird es mir im Kopf
ganz dumm, ganz dumm.
Der Mund steht auf, doch bleibt sein Schrei
so stumm, so stumm.
Stimmungen
Man lebt halt so, von Tag zu Tag
und fragt sich, was man wirklich mag;
sitzt in Gedanken, schwer und still,
denkt: „Ist es dieses, das ich will?
Oder was andres, oder auch
vielleicht nur einen vollen Bauch?“
Und wie man sitzt, und wie man denkt,
wird einem Lebenskraft geschenkt.
Sie kommt ganz einfach, weiß nicht, wie,
ist plötzlich da – jetzt spürt man sie,
steht auf und reckt sich das Gebein:
„Wie schön kann doch das Leben sein.“
Die Henne und das Ei
Unten auf der Hühnerleiter
steht ein Huhn und kommt nicht weiter.
Gerne möchte es hinan,
Eierlegen ist sein Plan;
doch fehlen, und dies macht verdrossen,
der Leiter fast schon alle Sprossen.
Nun sinnt das Huhn, fällt es auch schwer,
(denn denken kann es nicht so sehr),
wie es zum Nest sich hochbewegen
wohl könnte, um sein Ei zu legen.
Es schwingt die Flügel, flattert, gackert,
-schon kommt das Ei – umsonst gerackert.