Ich sitze in der Mittagshitze
und warte auf Gedankenblitze.
Die Turmuhr schlägt gerade zwei,
da kommt eine Idee vorbei.
Hingeschrieben, nachgedacht,
den Dichter das nicht glücklich macht.
Also weiter kräftig denken,
das Hirn nun in die Lyrik lenken.
Nein, es klappt nicht, ich vergehe
in der Hitze, und verstehe
die eigenen Gedanken nicht.
Das macht mich krank, der Wille bricht,
jetzt, endlich, das gesuchte Wort,
wo ist es hin? Gedicht ist fort.
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Die Hitze
Ich sitze in der Mittagshitze
und warte auf Gedankenblitze.
Die Turmuhr schlägt gerade zwei,
da kommt eine Idee vorbei.
Hingeschrieben, nachgedacht,
den Dichter das nicht glücklich macht.
Also weiter kräftig denken,
das Hirn nun in die Lyrik lenken.
Nein, es klappt nicht, ich vergehe
in der Hitze, und verstehe
die eigenen Gedanken nicht.
Das macht mich krank, der Wille bricht,
jetzt, endlich, das gesuchte Wort,
wo ist es hin? Gedicht ist fort.
Sabine und Ruth
„Das Leben ist schwer“, klagt Sabine.
„Da hast du Recht“, entgegnet Ruth.
„Warum ich das denn nur verdiene?
Den anderen geht es so gut.“
Dabei verzog sich ihre Miene,
verächtlich zog den Mund die Ruth.
„Immer nur dieselbe Schiene,
wie blöd das dumme Leben tut.“
Sie fuhren fort, sich zu bedauern,
jammerten ganz laut und weit,
steckten in den dicken Mauern
der Beschränktheit unsrer Zeit.
Der Sommer
Riechst du des Sommers Düfte,
der Herbst liegt schon in der Luft.
Die Seele fliegt bald in die Lüfte,
den Körper erwartet die Gruft.
Die Vögel
Die Vögel fliegen hin und her
und haben regen Flugverkehr.
Der Reim ergäbe keinen Sinn,
flögen die Vögel her und hin.
Der Sinn des Lebens
Die Welt dreht sich noch eine Weile,
für Menschen gibt es keine Eile.
Unser Dasein ist nur kurz,
kürzer als ein Fliegenfurz.
Was sollten wir nun in der Zeit
tun bei der Gelegenheit
unsres Lebens, das so knapp;
denn bald schon liegen wir im Grab.
Dichten, musizieren, ficken,
kontemplieren, Sterne blicken,
denken, glauben und studieren,
niemals in der Kälte frieren,
immer wieder Neues lernen,
Zecken aus der Haut entfernen,
manchmal saufen,
etwas raufen,
Gutes tun,
ein wenig ruhn,
später zu den Sternen fliegen,
aber niemals uns bekriegen.
Schlankheitswahn
Zwei Skelette lagen auf dem Bette,
was das bedeutet, gilt die Wette:
Sie hungerten ein ganzes Jahr
für die Gesundheit, wunderbar.
Wie Bohnenstangen sah’n sie aus,
spindeldürr, es war ein Graus.
Die Knochen klapperten ganz laut
unter der glatten Lederhaut.
Zur Ruhe legten sie sich nieder,
und streckten ihre dünnen Glieder.
Sie wollten nochmal Sex erleben,
es ging nicht mehr, so war das eben.
Die Lust war da, das Fleisch verschwunden,
so haben sie den Tod gefunden.
Der Kalfaktor
Der „calfactor“ war recht drollig;
er machte es im Winter mollig,
ihn gab es in den alten Zeiten.
Er war brav, man konnt‘ ihn leiden.
Heißmacher in der heut’gen Zeit,
gibt’s gar viele weit und breit,
die, schaut man mit erschrocknen Augen,
nicht einmal zum Kalfaktor taugen.
Der Besuch
Das Haus wird voll am hellen Tag.
Gewimmel, Krach ist da;
für einen, der die Stille mag,
zu schamlos, und zu nah.
Man findet sich als warme Haufen
zum Schwatz in jeder Ecke.
Nichts fühlt der Geist, die Stunden laufen,
der Mensch bleibt auf der Strecke