Der alte Herr von Frankenstein,
ach, seine Wangen sanken ein.
Sein letztes Wort war „Frankenwein“,
sein Grabschmuck werden Ranken sein.
Schlagwort-Archive: Gedichte
Frankenstein4
Der alte Herr von Frankenstein
verschüttete den Frankenwein
auf dem Teppich, welche Pein,
er musste in Gedanken sein.
Die heuchlerische Helferin
„Hallo, wie geht’s, hast du noch Schmerzen?“
„Nein danke, mir geht es sehr gut.“
„Hast es am Magen und am Herzen,
bist bald schon tot, ich weiß das gut.“
„Warum, wieso, mir geht es prächtig,
ich hab dir damals nur erzählt
von meinen Schmerzen, die mich mächtig
gepeinigt haben und gequält.“
„Schau nur, ich hab das nicht vergessen,
bist eine arme, kranke Frau.
Und ich empfehle dir den Doktor,
den ich gut kenne und genau.
Er ist mein Freund, wird sich beeilen
die Krankheit finden, er ist toll.
Bestimmt kann er dich ganz schnell heilen,
sei frohgemut, vertrau‘ ihm voll.
Und hilft das nicht, werd‘ ich dir schicken,
den Herrn Psychiater aus der Stadt.
Der wird dir dann die Seele flicken,
er ist der Beste, den man hat.“
Jetzt fasst sie mir noch an die Wange,
was soll das, wofür hält sie sich?
Mir wird es langsam Angst und Bange,
o weh, ich leide fürchterlich.
Ich will sie schlagen, will sie töten,
die Hexe, dieses böse Weib.
O Gott, Dein Rat ist nun vonnöten,
wer schafft mir dieses Biest vom Leib?
Dann meine Augen freundlich winken:
„Mir geht es gut, doch wie geht‘s dir?
Du kannst kaum laufen und musst hinken,
Ich helf‘ dir morgen um halb vier.“
„Danke, dir, ich muss jetzt weiter,
hab Termine, muss nach dort.
Werde schnell gesund, bleib heiter“,
-und schon war das Weibsbild fort.
Das Murmeltier
Ein Murmeltier hat es sehr schwer:
Es murmelt hin, es murmelt her
und freut sich auf den Nachwuchs sehr.
Doch ständig droht ihm viel Gefahr:
Von Füchsen, Vögeln, Menschen gar.
Dafür gibt es den Murmelpfeifer,
der pfeift sehr laut in seinem Eifer.
Schon springt das Murmeltier ins Loch,
doch pfeift der Pfeifer immer noch,
Das wird ihm oft genug zum Graus:
Er hält es bis zum Ende aus,
so wie der Käpten auf dem Boot,
und oft ist das des Pfeifers Tod.
Der Tierfreund findet das nicht nett,
er pfeift auf Murmeltierchens Fett
und Esoterik-Heilungskrams,
das füllt nur des Verkäufers Wams.
Doch sind wir auch nicht besser dran,
uns fehlt der Murmelpfeifer-Mann
oder die Frau, die leise sagt,
wie uns des Menschseins Rohheit plagt,
wo wirklich uns Verderben droht
und was uns alle heut‘ bedroht.
Auch Menschen murmeln manchmal leise,
ein jeder auf die seine Weise,
und hat man einen Feind entdeckt,
der Mensch sich gern im Bau versteckt.
Doch hilft das nichts, lasst uns auf Erden
wie Murmeltiere Freunde werden.
Die geglückte Operation
Ein Operierter liegt im Koma,
die Seele löst sich sanft vom Soma,
da öffnet der Patient die Lider
und haucht: „Die Erde hat mich wieder“.
Doch des Chirurgen Lippe bebt:
„Ein Wunder! Er hat überlebt!“
Der Weg zur Arbeit
Schweigende Massen wanken zum Werke,
dämmern im Halbschlaf noch vor sich hin.
Tiefe Beklemmung, als ich bemerke,
dass ich auch selbst in der Masse bin.
Frankenstein3
Der alte Herr von Frankenstein
litt einst an einem kranken Bein.
Doch wird dies kaum dem Frankenwein,
den er gern trank, zu verdanken sein.
11 Unsinns-Zweizeiler
1
Der Hase hoppelt in die Hecke,
auf dass man ihn dort nicht entdecke.
2
Wenn’s Christkind kommt zur Weihnachtszeit,
ist es bis Ostern nicht mehr weit.
3
Die Reichen lieben sich auf Plüsch;
die Armen treiben’s im Gebüsch.
4
Es ist noch lang kein Wintermärchen,
sieht man im Schnee ein Gummibärchen.
5
Senkrecht und ganz ohne Hast
fiel der Apfel von dem Ast.
6
Bevor er Jodeln sie gelehrt,
da machte sie es ganz verkehrt.
7
Mancher kommt bedeutend schneller
als nach oben in den Keller.
8
Es rasen oft mit Affenzahn
die Züge von der Deutschen Bahn.
9
Weil Ursula sich nicht gewehrt,
ward sie von Waldemar entehrt.
10
Er parkte frech, mit List und Tücke,
den Wagen in der engen Lücke.
11
Als Gymnasiast der Eberhard
aus Ehrgeiz fast ein Streber ward.
Frankenstein2
Der alte Herr von Frankenstein
trat in der Ehe Schranken ein.
Sein Weib trinkt keinen Frankenwein,
doch soll sie gut beim Zanken sein.