Die Spatzen und der Falke

Zwei Spatzen auf dem Aste saßen,
wo sie kleine Körnchen fraßen.
Im Sturzflug rasch ein Falke kam,
der einen sich zum Frühstück nahm.
Der andre Spatz ward starr vor Schreck:
Der Ast war leer, der Bruder weg.
Ganz oben konnt‘ er ihn noch schauen;
der Falke hielt ihn in den Klauen.
Dem Spatzenhirn die Lösung kam:
„Touristenklasse er wohl nahm.“

Fritz und Renate

Fritz liegt auf dem Kanapee,
will gemächlich ruhen.
Seine nervende Renate
findet blöd das und auch fade.
Sie will lieber shoppen gehen,
ratschen, andre Menschen sehen.
Er will seine Ruhe haben,
in dem Pfuhle sich vergraben.
Da beginnt ihr Zorngeschrei;
mit der Ruhe ist’s vorbei.
Fritze sagt mit schlauem Blinken:
„Erst geh’n wir shoppen und dann trinken.“

Der Kohldampf

Sie sagte ihm ganz liebevoll,
dass er sie immer lieben soll.
Er hat sie nicht mal angeblickt,
war auf dem Stuhle eingenickt.
Das nahm sie ihm gar übel sehr,
und kochte ihm kein Essen mehr.
Die Beine blieben auch geschlossen,
das hat ihn dann noch mehr verdrossen.
Am Schluss dann, nach zwei Hungerwochen,
da kam er wieder angekrochen.
Er sprach: „Ich will dich immer lieben,
nur lass‘ mich nicht mehr Kohldampf schieben.“