Der alte Herr von Frankenstein,
am liebsten trank er Frankenwein;
dann ward er krank und trank den Wein
fortan nur noch auf Krankenschein.
Schlagwort-Archive: Gedichte
Hund und Katze
Die Katze kämpfte mit dem Hunde
im Freistil bis zur zehnten Runde.
Dann wurde es dem Hund zu viel:
Es war ihm doch zu frei der Stil.
Der Regenwurm
Der Regenwurm hat es sehr schlecht,
trägt seinen Namen nicht zu Recht.
Man stets von ihm nur Falsches spricht:
Der Regen wurmt ihn nämlich – nicht.
Der Räuber
Der Räuber kam um Mitternacht,
es war eine Gewitternacht.
Als er zur Flucht sich setzt in Marsch,
traf ihn ein Blitz an seinem Kopf.
(Reimt sich nicht, weil er den gestohlenen
goldenen Kugelschreiber hinters Ohr geklemmt
und nicht, wie eigentlich geplant, in die
hintere Gesäßtasche gesteckt hatte.)
Herbert
Ohne eine müde Mark
kam der Herbert in die Stadt.
Das Landleben hatte er satt.
Er war dumm, aber ziemlich stark.
Jahre vergingen, und Herbert wurde reich.
Er war Ehemann und Direktor zugleich,
doch hatte er alles satt bis ins Mark.
Dumm war er immer noch, aber nicht mehr so stark.
Nach dem Atomkrieg
Die drohenden Schatten steigen
von den Bergen, aus dem Meer.
Die tosenden Winde schweigen,
und die Erde ist nun leer.
Verschwunden ist
der Menschen Zahl.
Kein Grashalm sprießt
mehr in dem Tal.
Kein Tier hier springt,
kein Vogel singt.
Kein Lied erklingt.
Kein…
Kain.
Es stinkt.
Die Seelen der Toten weinen
durch die Räume, durch die Zeit.
Die Glaubenden sich vereinen,
und sie spüren Ewigkeit.
Brathuhn und Fledermaus
Das Brathuhn und die Fledermaus,
die kommen ohne Federn aus.
Bei IHR, da wurden sie vergessen,
und ES wird sowieso gefressen.
Ernüchterung
Ein Mann ging in ein Freudenhaus,
doch kam er ohne Freude raus.
Das Geld war fort, der Drang verpufft,
Der Mann stand in der frischen Luft.
Der Kopf
Nichts ist am Kopf so wunderbar,
als dass bewachsen er mit Haar.
Der Satz ist umso mehr von Sinn,
je weniger im Kopfe drin.