Der Mensch in den Jahreszeiten

Bis zum Himmel ist es weit,

sagt der Mensch zur Frühlingszeit.

Sorglos lebt er so dahin,

voller Freude ist sein Sinn.

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Im Sommer aber ward es schwer,

das Leben schwankte hin und her.

Herr Doktor wurde oft besucht,

das ganze Leben schien verflucht.

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Der Herbst verlangt die letzte Kraft.

Des Menschen Kräfte sind erschlafft.

Er schleppt sich müde nur dahin

und fragt nach seines Lebens Sinn.

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Die Winterszeit bring recht viel Not.

Das Leben endet mit dem Tod.

Gerade diesem noch entronnen,

etwas Lebenszeit gewonnen.

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Bis zum Himmel ist es weit,

sagt der Mensch zur Frühlingszeit.

Sorglos lebt er so dahin,

voller Freude ist sein Sinn.

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#gedichte

Die liebe Familie

Ein Mensch kam spät am Abend heim.

Die Wohnung leer, er war allein.

Niemand ging ihm auf die Nerven,

wollte auf das Bett sich werfen.

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Doch plötzlich ging die Türe auf,

es kamen rein in schnellem Lauf

alle von der Großfamilie,

ach, es waren wirklich viele.

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Jetzt unser Mensch laut schrie: „O weh,

lasst mich in Ruh‘, und ich gesteh‘,

es wär‘ schön, wenn ihr verschwändet,

den Besuch bei mir beendet.“

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Sie kamen nah ans Bett heran,

es wimmerte der arme Mann.

Ein Messer blitzt mit glattem Stahl,

jetzt ist es aus, vorbei die Qual.

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Das Messer hielt sein totes Weib,

ein Zittern ging durch seinen Leib,

und langsam wurde es ihm klar,

dass es ein schlimmer Albtraum war.

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Die Welt von morgen

Gedicht von Berndt Baumgart

Die Welt von morgen

Wenn die Welt in Trümmern liegt,

und es kaum noch Menschen gibt,

werden Wölfe und auch Bären

sich viel mehr als jetzt vermehren.

#gedichte