Der Bootslenker antwortet:

Der Bootslenker antwortet:

„Vielen Dank. Ich glaube, da sind wir bei einem Hauptproblem angelangt. Das, was wir als ‚klar‘ und ‚logisch‘ oder gar ‚richtig‘ ansehen, ist und war offenbar bei den verschiedensten Menschen ganz unterschiedlich.

Schon seit Aristoteles oder sogar noch länger plagt sich die Menschheit mit diesem Problem herum. Logisches Denken soll z.B. ‚folgerichtiges‘ Denken sein.

Aber was wir unter der ‚Folgerichtigkeit‘ des Denkens zu verstehen haben, ist bereits aus der Sicht vieler Menschen durchaus interpretationsfähig. Denn welches Denken ist schon ‚folgerichtig‘? Was ist überhaupt ‚richtig‘ und was ‚nicht richtig‘ oder gar ‚falsch‘? ‚Richtig‘ ist ja ‚fehlerfrei‘ oder ‚den Regeln entsprechend‘.

Wer legt die Regeln fest?

Nur um einige zu nennen: Waren es Demokrit, Platon, Aristoteles, Laotse, Konfuzius, Augustinus, Paulus, Thomas von Aquin, Cusanus, Descartes, Spinoza, Kant, Voltaire, Hegel, Nietzsche, Feuerbach, Mao, Russell oder die modernen Naturwissenschaftler, die in den verschiedensten Lehrstühlen Dutzende von ‚Logikarten‘ zu erklären und zu analysieren versuchen? Es gibt heute Lehrstühle für ‚Logik und Sprachphilosophie‘, für ‚Logik und Wissenschaftstheorie‘, für ‚Logik in der Informatik‘ usw. Man kann damit also sein Leben verbringen und seinen Lebensunterhalt verdienen.

Wir maßen uns in unserer sogenannten ‚christlich-abendländlischen‘ Kultur an, erklären zu können, was ‚folgerichtiges‘ Denken bedeutet. Aber bereits im 6. oder 7. Jahrhundert vor dem Beginn ‚unserer Zeitrechnung‘ schrieb Laotse:

‚Das, was eins ist, ist eins. Das, was nicht eins ist, ist auch eins‘.

Das nennt man übrigens ‚paradoxe Logik‘. Wirft alles über den Haufen, woran unsere Wissenschaftler glauben.

Und wenn man Meister Eckhart liest, sofern man Dokumente von ihm noch uninterpretiert erhält, kommt man von allen ‚logischen‘ Gedanken sehr schnell weg.

Ich bin fast überzeugt davon: Wenn wir auf unserer Bootsreise etwas finden wollen, was uns wirklich weiterführt, dann kann es nicht auf den altgewohnten Pfaden des menschlichen Denkens stattfinden. Aber deshalb sind wir ja von den Wegen ins Boot umgestiegen.“

 

 

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