Der Dialog geht weiter

Berndt fragt noch einmal nach:

„Liebe Julia, vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke, dass viele Menschen das ganz anders sehen als Du, aber andere sicherlich ebenso wie Du.

Jeder Mensch hat wohl seinen eigenen Glauben. Und andere haben auch ihren eigenen ‚Nicht-Glauben‘.

Mir würden zu dem, was Du gesagt hast, hunderte weitere Fragen einfallen, aber das wäre zu kompliziert. Wir sind ja beide keine Philosophen und vor allem keine Theologen. Wir wissen beide nicht, was von dem, was in der Bibel zu lesen ist, wahr ist und was nicht. Niemand weiß das, selbst Deine Pfarrerin nicht und auch nicht der Papst.

Es ist halt eine Frage des Glaubens. Und ich danke Dir, dass Du Dich zu Deinem Gottesglauben, oder besser ‚Christusglauben‘ bekannt hast. Denn wenn Du den geschichtlich bewiesenen Christus als ‚Gottes Sohn‘ bezeichnest, dann musst Du ja auch gleichzeitig an Gott glauben. Das ist doch richtig, oder? Aber an die ‚Gottesmutter‘ glaubst Du nicht, sagst Du. Aber Jesus, musste ja, wenn er eine geschichtlich bewiesene Figur war, auch eine Mutter haben? Oder sehe ich das falsch?“

 

Julia antwortet:

„Da hast Du mich zum Teil missverstanden. Natürlich glaube ich an Gott als den Vater von Jesus Christus. Das ist ja wohl die Grundlage des christlichen Glaubens.

Und natürlich hat Christus eine Mutter gehabt, die Maria. Aber sie war eben nichts Besonderes, nichts, was wir anbeten müssten. Sie war eben nur eine Frau aus dem Volk, die aus irgendeinem Grund, den wir nicht verstehen können, ausgewählt wurde, die Mutter von Jesus Christus zu sein. Aber ‚anbeten‘ dürfen wir ja nur Gott. So steht es im ersten Gebot, wenn ich mich recht erinnere.“

 

Berndt erwidert:

„Du hast ganz Recht. Maria dürfen wir eigentlich nicht anbeten. Zumindest nicht als ‚Göttin‘. Anbeten dürfen wir nur Gott. Auf jeden Fall gilt das für die gläubigen Juden. Und die Christen dürfen natürlich auch Jesus Christus anbeten. Denn er ist ja so wie Gott auch, denke ich. Und dann gibt es ja noch den Heiligen Geist.

Aber Maria können wir ja als ‚Vermittlerin‘ anrufen, die bei Gott ein gutes Wort für uns Sünder einlegen kann. Oder?“

 

Julia antwortet:           

„Das ist mir jetzt wirklich zu kompliziert. Ich bin evangelisch. Und mit dem ‚Marienkult‘ haben wir nichts am Hut. Wenn ich zu Gott beten will, dann kann ich das direkt tun. Und um Vergebung meiner Sünden bitten. Oder auch bei Jesus; denn er ist Gottes Sohn und sitzt, wie es heißt ‚zu seiner Rechten‘. Dafür brauche ich keine ‚Mutter Maria‘.

Aber warum versuchst Du mich ständig in die Enge zu treiben? Dieses Gespräch gefällt mir langsam nicht mehr. Bist Du katholisch und willst mich bekehren?“

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